Pflanzen bewässern im Urlaub – die besten Tipps und Tricks

Was macht man mit Pflanzen, wenn man im Urlaub ist? Die Urlaubszeit ist für viele die schönste Zeit des Jahres: Neue Orte entdecken, entspannen und Zeit mit der Familie verbringen, lädt die Energiereserven auf. Doch während Du Dich auf Reisen erholst, müssen Deine Pflanzen daheim im Garten, auf dem Balkon und in der Wohnung ums Überleben kämpfen.

Wenn Nachbarn und Bekannte nicht täglich zum Gießen zur Verfügung stehen, müssen andere Tipps und Tricks her. Welche es gibt und wie Du sie anwendest, um Deine Pflanzen im Urlaub zu bewässern, liest Du hier!

Wie überleben Balkonpflanzen den Urlaub? Was kann man tun, damit der Garten nicht austrocknet, wenn Nachbarn und Freunde nicht zum Gießen einspringen können? In diesem Ratgeber findest Du Tipps und Tricks zum Bewässern, die Du einfach selber machen kannst. Du lernst, wie Du Deine Pflanzen auf Deine Abwesenheit vorbereiten kannst und wie Pflanzenerde Wasser am besten speichert. Darüber hinaus erfährst Du nützliches über professionelle Bewässerungssysteme für Deinen Garten.

Pflanzen auf den Urlaub vorbereiten

Was tun, wenn man Pflanzen nicht gießen kann? Zunächst kannst Du sie so gut es geht auf die Zeit vorbereiten, in der sie allein zurechtkommen müssen. Stelle Deine Topf- und Zimmerpflanzen an einen schattigen Ort in der Wohnung. Achte darauf, dass es nicht zu dunkel ist! Auch Balkonpflanzen sollten vor langer, starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, wenn sie mit wenig Wasser auskommen müssen. Dazu kannst Du beispielsweise eine Markise anbringen.

Bevor Du Deine Pflanzen allein lässt, entferne alle langen Triebe und schneide verblühte Pflanzenteile ab! Das reduziert den Wasserbedarf. Diese Maßnahme eignet sich am besten für Stauden und Blumen, die mehrmals im Jahr Blüten ausbilden.

Vor Deiner Abreise kannst Du Deine Zimmerpflanzen und Balkonkästen mit etwas mehr Wasser versorgen, als üblich. Jedoch solltest Du auch nicht zu viel gießen. Viele Gewächse vertragen keine Staunässe und ihre Wurzeln beginnen zu faulen, wenn es zu feucht ist. Passe die Vorbereitungen immer an die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze an!

Ein wichtiges Kriterium für eine optimale Langzeitversorgung während der Urlaubszeit ist eine gute Bodenbeschaffenheit. Zur Vorbereitung kannst Du die Erde verbessern, sodass sie Wasser länger speichert. Wie das geht, liest Du im folgenden Abschnitt.

Wasserspeicherfähigkeit der Erde verbessern

Eines vorweg: Wenn es um die Verbesserung von Pflanzenerde geht, solltest Du ausschließlich natürliche Produkte anwenden. Synthetische Granulate zur Bodenoptimierung können das Grundwasser verunreinigen und so den ökologischen Kreislauf stören.

Vor allem für Deinen Garten, aber auch für Zimmer- und Balkonpflanzen, gibt es einfache und umweltfreundliche Möglichkeiten, den Boden so aufzubereiten, dass er Feuchtigkeit und auch Nährstoffe über einen längeren Zeitraum speichern und nach und nach an Deine Pflanzen abgeben kann.

Besonders grober, sandiger Boden nimmt nur wenig Wasser auf und benötigt am besten schon vor der Bepflanzung eine Behandlung in Sachen Speicherfähigkeit. Natürlich kannst Du auch Gewächse auswählen, die mit den gegebenen Bedingungen gut zurechtkommen.

Ansonsten empfiehlt es sich, den Boden bei starker Sonneneinstrahlung zu mulchen, zum Beispiel mit Gras-, Ast- und Strauchschnitt. Mulch verhindert eine schnelle Verdunstung von Feuchtigkeit aus der Erde.

Arbeite schon vor der Bepflanzung Urgesteinsmehl, Pflanzenkohle und organisches Material wie Schafwolle in die Erde ein! Die Kieselsäure und die hohe Oberflächenstruktur des Urgesteinsmehls verbessern die Speicherfähigkeit langfristig. Durch Pflanzenkohle wird auch die Fruchtbarkeit erhöht. Schafwolle saugt sich gut mit Wasser voll, ist biologisch abbaubar und liefert obendrein wertvolle Nährstoffe.

Zusätzlich kannst Du mittels Effektiver Mikroorganismen das Bodenleben aktivieren. Die guten Bakterien sorgen für eine optimale Durchlüftung der Erde und setzen Nährstoffe aus organischen Resten frei, die Deine Pflanzen langfristig versorgen. Willst Du mehr Tipps zum Thema Bodenverbesserung, dann schau Dir auch diesen Artikel an: 5 Tipps gegen trockene Erde

Einfache Bewässerungssysteme zum Selber bauen

Vor allem für das Bewässern von Zimmerpflanzen und Kästen auf dem Balkon gibt es einige einfach Tricks und Hilfsmittel, die Du selber bauen kannst, wenn kein Nachbar oder Familienmitglied zur Pflege verfügbar ist. Die Materialien dafür hast Du oft bereits zu Hause. Folgende Tipps kannst Du in Deinem nächsten Urlaub ausprobieren:

Plastikflasche

Wie funktioniert Bewässerung mit Plastikflaschen? Dieser Trick ist besonders beliebt, da er einfach und effektiv Wasser spendet, wenn Du auf Reisen bist. Du brauchst eine leere PET-Flasche mit Deckel, einen kleinen Bohrer und eine Schere. Schneide den Boden der Flasche auf! Bohre kleine Löcher in die Deckel der Flasche. Verschließe sie und stecke sie kopfüber in Blumenkübel oder Balkonkästen! Fülle nun durch den geöffneten Boden Wasser ein!

Bei diesem Bewässerungssystem erfolgt das Bewässern nach dem Vakuum-Prinzip. Die Flasche zieht sich zusammen und das Wasser wird heraus gesogen. Möchtest Du dieses Hausmittel anwenden, gieße Deine Pflanzen vorher reichlich, damit nicht sofort die ganze Flasche leer gesogen wird! Wenn Du alles richtig machst, versorgst Du so Deine Pflanzen für bis zu 14 Tage mit Wasser. Wenn Du keine Lust zum Basteln hast, kannst Du spezielle Bewässerungsaufsätze für Flaschen auch im Handel erwerben.

Schnur

Der Trick zur Bewässerung über eine Schnur eignet sich vor allem für kleine Topfpflanzen. Du brauchst eine Schnur aus organischem Material, eine Schere und ein Gefäß, in das Du Wasser füllen kannst. Schneide die Schnur in passende Stücke und tränke sie komplett mit Wasser! Lege nun das eine Ende der Schnur in das mit Wasser gefüllte Gefäß! Stecke das andere Ende in die Erde Deiner Topfpflanze!

Deine Pflanze zieht sich nun über die Schnur die Menge an Wasser, die sie benötigt. Je nach Größe des selbst gemachten Bewässerungssystems kannst Du Pflanzen so bis zu 7 Tage mit Feuchtigkeit versorgen.

Badewanne

Die Dauerbewässerung in der Badewanne ist nicht für alle Pflanzenarten geeignet. So versorgst Du ausschließlich Gewächse, die viel Feuchtigkeit und wenig Licht benötigen. Lege ein Handtuch in Deine Badewanne oder Küchenspüle und stelle die Blumentöpfe hinein. Schließe den Stöpsel und lasse etwa drei Zentimeter kaltes Wasser einlaufen! So kannst Du Deine Pflanzen für 7 Tage mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen.

Küchenrolle

Die Anwendung von Küchenrolle für das Bewässern Deiner Zimmerpflanzen funktioniert ähnlich wie die mit einer Schnur. Du brauchst auch hier ein Gefäß, das Du mit Wasser füllen kannst. Forme die Küchenrolle zu einem langen Strang und tränke diesen mit Wasser! Lege nun das eine Ende des Strangs in das mit Wasser gefüllte Gefäß und wickle das andere Ende um die Pflanze!

Auch mit diesem Bewässerungssystem können sich Deine Pflanzen die benötigte Menge Wasser selbst ziehen und Du kannst bis zu 10 Tage Urlaub machen, ohne Dich um sie zu sorgen.

Tonkegel

Tonkegel gehören zu den Klassikern der Wasserversorgung von Zimmer- und Balkonpflanzen über einen längeren Zeitraum. Du kannst sie überall im Handel erwerben. Auch Tonkegel werden, ähnlich wie die Plastikflaschen, in die Erde Deiner Pflanzen gesteckt. Darauf wird ein Behälter mit Wasser gesetzt.

Nun können sich Deine Pflanzen nach Bedarf das Wasser ziehen. Je nach Temperatur und Bedürfnissen muss die Anzahl der Tonkegel bestimmt werden. Die Versorgung ist so für etwa 7 Tage gewährleistet.

Professionelle Bewässerung im Garten

Große Flächen im Garten benötigen bei einer regelmäßigen Sonneneinstrahlung besonders viel Wasser. Hier genügen die Tricks mit Plastikflasche, Schnur oder Tonkegel nicht für eine optimale Langzeitversorgung. In einem Garten ist ein professionelles Bewässerungssystem in der Urlaubszeit nahezu unumgänglich, wenn Du nicht täglich Nachbarn und Freunde zum Gießen einspannen willst.

Es empfiehlt sich, vor allem in Beeten und Gewächshäusern, Bewässerungsschläuche zu verlegen. Tropf- oder Perlschlauch arbeiten mit einem wassersparenden Tropfsystem. Dabei wird das Wasser durch kleine Löcher tropfenweise abgegeben.

Der Vorteil gegenüber einer Sprinkleranlage: Die Blätter werden nicht nass. Es kann nicht zu Verbrennungen und Pilzkrankheiten kommen.

Die Schläuche können unterirdisch oder überirdisch verlegt werden. Unterirdisch gelangt das Wasser am besten zu den Wurzeln – das ist ideal.

Praktische Hilfsmittel für ein professionelles Bewässerungssystem sind Zeitschaltuhren oder gleich spezielle Bewässerungscomputer. Diese kommunizieren mit den Ventilen der Leitungen. Sie öffnen und schließen diese zu bestimmten Zeiten bzw. messen mittels Sensoren die Temperatur und den Feuchtigkeitsgehalt im Boden.

Viele der im Handel erhältlichen Systeme lassen sich über Apps auch vom Urlaubsort aus steuern. So hast Du auch während Deiner Reise die volle Kontrolle über die Bewässerung im heimischen Garten.

Nach der Rückkehr – das ist zu tun

Nachsorge gehört ebenfalls zur Pflanzenpflege in der Urlaubszeit. Sind Deine Pflanzen bei der Rückkehr doch welk geworden, gerate nicht in Panik! Gieße sie ausgiebig und entferne abgestorbene Pflanzenteile! Beobachte in den kommenden Tagen, ob die Pflanzen noch mehr oder sogar weniger Wasser benötigen! In vielen Fällen erholen sie sich nach so einer Kur wieder.

Auch gesund aussehende Pflanzen sollten nach dem Urlaub geprüft werden. Versorge sie entsprechend mit Wasser und Dünger und beobachte gut, wie sie sich in den kommenden Tagen entwickeln!

No goes bei der Bewässerung im Urlaub

Es gibt einige Dinge, die Du unbedingt vermeiden solltest, wenn Du auf Reisen gehst und Deine Pflanzen sich selbst überlässt.

Vermeide folgende Fehler:

  • Zu viel gießen: Nicht alle Pflanzen mögen Staunässe. Ihre Wurzeln könnten faulen und die Pflanzen anschließend eingehen.
  • Alle Pflanzen in die Badewanne: Hier tritt dasselbe Problem auf. Nur Gewächse, die viel Feuchtigkeit benötigen, können in der Badewanne überleben.
  • Pflanzen in der Sonne stehen lassen: Ist es zu warm, verdunstet die Feuchtigkeit noch schneller.
  • Pflanzen vor dem Urlaub düngen: Dünger regt das Wachstum an. So steigt auch der Wasserbedarf.

Zusammenfassung/Fazit

Vertrocknete Pflanzen nach dem Urlaub müssen nicht sein! Mit einer guten Vorbereitung und den richtigen Maßnahmen können sie sich über einen längeren Zeitraum selbst versorgen.

Eine optimale Bodenbeschaffenheit trägt maßgeblich zur Versorgung von Pflanzen bei. Du kannst die Erde mit natürlichen Mitteln wie Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen verbessern, sodass sie Feuchtigkeit und Nährstoffe besser speichert. Passende, hochwertige Produkte findest Du im EM-Kaufhaus Online-Shop.

Für das Bewässern von Balkon- und Zimmerpflanzen genügen schon einfache Tricks mit Plastikflasche, Tonkegel oder Schnur. Die Herstellung ist unkompliziert und die Materialien leicht zu beschaffen. Für die Bewässerung im Garten musst Du durchaus tiefer in die Tasche greifen. Dort lohnt sich ein professionelles Bewässerungssystem, das Du am besten sogar vom Urlaubsort aus steuern kannst.

Denke auch an die Nachsorge und kümmere Dich bei Deiner Rückkehr schnell um die Pflanzen! So werden sie die Urlaubszeit unbeschadet überstehen.