Erde zu trocken: 5 Tipps für nachhaltig feuchten Boden ohne Bewässerungssystem

Riesen Mengen Gießwasser und trotzdem sind Deine Pflanzen mickrig und der Ertrag alles andere als zufriedenstellend? Der Grund dafür: Erde zu trocken. Die Speicherfähigkeit muss verbessert werden. In diesem Artikel bekommst Du 5 Tipps, wie Du sie nachhaltig optimieren kannst – auf natürliche Weise und ohne teure automatische Bewässerungscomputer.

In diesem Artikel findest Du Tipps, wie Du zu trockene Erde mit einfachen und umweltfreundlichen Methoden langfristig verbessern kannst. Du lernst, wie Du zu trockene Böden erkennst, wie Du die Bepflanzung an die Bodenbeschaffenheit anpassen kannst und welche Materialien, die Du bereits in Deinem Garten hast, gegen trockene Erde helfen. Außerdem erfährst Du, wie ein aktives Bodenleben trockene Erde unterstützt und wie Du Effektive Mikroorganismen dafür einsetzen kannst. Natürlich dürfen auch passende Produktempfehlungen nicht fehlen.

Wann ist Erde zu trocken?

Wie erkennst Du, ob Deine Erde zu trocken ist und wann es angebracht wäre, etwas dagegen zu unternehmen? Hier sind ein paar Hinweise: 

  • Farbe: Trockene Erde ist in der Regel heller als feuchte. Beobachte die Verfärbung über einen längeren Zeitraum ohne Regen, um den richtigen Moment für erneutes Gießen zu bestimmen!
  • Gefühl: Zerreibe etwas Erde in Deinen Händen! Bleibt nichts an Deiner Haut kleben, ist sie wahrscheinlich nicht feucht genug. Um den Feuchtigkeitsgehalt tiefer im Boden zu bestimmen, kannst Du einen einfachen Feuchtigkeitsmesser verwenden.
  • Gewicht: Bei Töpfen und Blumenkästen verrät Dir das Gewicht, ob die Erde ausgetrocknet ist. Feuchte Erde ist wesentlich schwerer als trockene.

Was tun, wenn Erde zu trocken und hart ist? Stellst Du fest, dass auch häufiges Gießen nicht genügt, um Deinen Boden lange feucht zu halten und vertrocknen auch Deine Pflanzen regelmäßig, solltest Du die Bodenbeschaffenheit von Grund auf optimieren. Das geht leichter, als es sich anhört. Die folgenden fünf Tipps helfen Dir.

Was tun bei trockener Erde?

Ausgetrocknete, staubige Erde ist eine Folge mangelnder Bewässerung? Nicht nur, sie kann auch ein Indiz dafür sein, dass der Boden wenig Wasser speichern und an die Wurzeln Deiner Pflanzen abgeben kann. Sichtbar wird das vor allem in den Sommermonaten Juli und August. Mit den folgenden Tipps kannst Du das ändern und Deinen Boden einfach und auf natürliche Weise aufwerten.

Tipp 1: Böden analysieren und Garten planen

In Deutschland und eigentlich überall auf der Welt sind Böden geologisch gesehen von Grund auf verschieden. Sie bestehen aus mehreren Schichten und Substraten, zum Beispiel Lehm, Sand und Mineralgestein, in verschiedenen Körnungen. Das sorgt dafür, dass manche Böden von Hause aus wenig Humus, dafür aber viele Hohlräume und Poren enthalten.

Warum nimmt trockene Erde kein Wasser auf? Umso grober und sandiger ein Boden ist, desto weniger Wasser kann er speichern. Das Wasser durchläuft dann die oberen Bodenschichten ziemlich schnell und versickert über Trichter und Hohlräume wieder im Grundwasser. Das ist ungünstig, wenn Du das Wasser eigentlich brauchst, um damit Wurzeln zu versorgen, die in den oberen Bodenschichten verlaufen.

Wenn Deine Erde zu trocken ist, kannst Du bei der Bepflanzung Deiner Böden Dinge wie Gefälle und Schattenwurf mit einberechnen. So ist das Pflanzen von großkronigen Bäumen und die Einebnung von Flächen ratsam, um Schatten zu spenden und Wasser gleichmäßig versickern zu lassen. Zudem kannst Du Pflanzen wählen, die mit der Bodenbeschaffenheit in Deinem Garten gut zurechtkommen. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, die Bodenqualität anzupassen. Mehr dazu in den nächsten Tipps.

Tipp 2: Mulchen

Unbedeckte Böden verlieren durch Sonneneinstrahlung mehr Wasser als bedeckte Flächen. Wasser verdunstet durch Wärmeentwicklung und UV-Strahlung sehr viel schneller, als wenn die Erde mit einer reflektierenden Schicht aus Mulch bedeckt ist. Eine Mulchschicht hat sogar noch mehr Vorteile, als nur die Austrocknung zu verhindern. Sie hält zu lockeren und sandigen Boden zusammen und versorgt diesen (je nach Mulchart) mit Nährstoffen.

Zum Mulchen kannst Du viele ökologische Nebenprodukte verwenden, die im Garten sowieso anfallen:

  • Blätter von Kohl, Möhren, Radieschen, Kohlrabi oder Blumenschnitt
  • Gras und Heu vom Rasenmähen
  • Samenloses Unkraut
  • Rindenhumus
  • Ast- und Strauchschnitt
  • unbedruckter Karton
  • Tierhaare für bestimmte Beetpflanzen

Tipp 3: Humusaufbau mit Bokashi und Kompost

Bei besonders leichten und trockenen Böden solltest Du mindestens einmal im Jahr (Frühjahr), am besten noch ein zweites Mal im Herbst, organisches Material wie reifen Kompost oder besser noch Bokashi flach in Deinen Gartenboden einarbeiten. Der Umsetzungsprozess im Boden gibt im Anschluss wertvolle Vitamine, Enzyme und organische Säuren ab und unterstützt damit die Bildung von Humus.

Humus ist organische Substanz, bestehend aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Bodenbakterien. Humus schließt Poren im Boden, lockt Regenwürmer an und verbessert den Sauerstoffgehalt in der Erde. Dadurch wird sie fester und krümeliger, was wiederum der Wasserspeicherfähigkeit zugutekommt.

Hinweis: Da abgestorbene Pflanzenteile, beispielsweise in Form von Blättern, auch so in den Boden gelangen, könnte man annehmen, diese würden im Boden auch Nährstoffe und Humus bilden. Leider sind die wichtigen Komponenten so fest an die Pflanzenstruktur gebunden, dass die Bestandteile eher verrotten und schimmeln, bevor die Pflanzenfasern die Nährstoffe freigeben.

Mithilfe von Effektiven Mikroorganismen kannst Du diesen Umsetzungsprozess massiv beschleunigen und so auch Rasenschnitt und andere Frischfasern zum Humusaufbau verwenden. Die Mikroorganismen sind Naturbakterien, die Du über Gießwasser oder Bokashi in den Boden einbringen kannst. Sie verwerten organisches Material wie Blätter und Grünschnitt. So werden zum einen Krankheitserreger (aus Schimmel- und Fäulnisbildung) eliminiert und zum anderen wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium im Boden freigesetzt. Davon können sich Deine Pflanzen lange Zeit ernähren.

Bokashi kannst Du selbst herstellen oder als fertiges Ferment erwerben. Passende Produkte findest Du einzeln oder im praktischen Set im EM-Kaufhaus Online-Shop.

Tipp 4: Boden verbessern mit Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle

Im ökologischen Landbau haben sich natürliche Bodenverbesserer wie Diabas oder Zeolithpulver durchgesetzt. Dabei handelt es sich um fein gemahlenes Vulkangestein, das gleich mehrere positive Aspekte für den Boden mitbringt und daher in keinem natürlichen Garten fehlen sollte.

  • Der hohe Kieselsäureanteil und die hohe Oberflächenstruktur des Pulvers verbessern die Wasserspeicherfähigkeit Deines Bodens.
  • Urgesteinsmehl wird im Boden nicht abgebaut und bietet beste Siedlungsbedingungen für Bodenbakterien.
  • Es versorgt Deinen Boden mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen.

Auch mit Nährstoffen gesättigte Pflanzenkohle kann einen enormen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit leisten. Durch ihre Beschaffenheit nimmt sie Wasser, Nährstoffe und Bodenbakterien auf und gibt diese bei Zerfall langsam an die Erde ab. Sie bildet ein natürliches Depot im Boden und trägt so zur Humusbildung bei.

Vorbild für die Kohlezugabe sind die fruchtbaren Schwarzerdeböden in Südamerika. Diese, auch als Terra Preta bekannte und von Menschen gemachte Bodenkultivierung in Amazonien, ist eine Mischung aus Holzkohle, Kompost, Tierknochen und Tonscherben, die sich über die Jahrzehnte in teils meterdicken Schichten abgelagert hat. Die Zugabe von Kompost, Bokashi und Kohle erfreut sich auch bei uns wachsender Beliebtheit und ist eine langfristig optimierende Maßnahme, wenn Deine Erde zu trocken ist.

Einfache Pflanzenkohle sowie Starterkohle zur Herstellung von Terra Preta Schwarzerde bekommst Du ebenfalls im EM-Kaufhaus Online-Shop.

Tipp 5: Bodenleben aktivieren mit EM und Gründüngung

Eine Gründüngung eignet sich für jeden Boden, der nicht so will, wie Du es Dir wünscht. Dabei handelt es sich um den Anbau von bestimmten Pflanzen, die den Boden gründlich durchwurzeln und nach ihrer „Ernte“ noch lange Nährstoffe und Regenwurmfutter abgeben.

Für eine Gründüngung eignet sich allerdings nicht jede Art von Bepflanzung, sondern vornehmlich Lupinen und andere tief wurzelnde Pflanzen, die schnell und unkompliziert wachsen. Dazu zählen auch Buchweizen, Bienenfreund, Studentenblume, Rot-Klee, Ringelblume und auch die Sonnenblume (eignet sich allerdings nicht für zu trockene Böden).



Der Vorteil einer Gründüngung ist, dass Du die geeigneten Pflanzen auf jedem Boden wachsen lassen kannst, also auch auf festen Lehmböden, Sandböden und Brachen. Danach werden die Pflanzen abgeschnitten und als Mulchdünger im Boden vererdet. Zur schnelleren Umsetzung kannst Du das ganze noch mit Effektiven Mikroorganismen und Wasser gießen! So aktivierst Du gleichzeitig das Bodenleben. Nutze dafür am besten ein fertiges EM aktiv wie den Bodenhilfsstoff von DIMIKRO!

Im Anschluss daran kann Dein Gartenboden direkt als normales Beet genutzt werden. Kombiniere diesen Tipp am besten mit mehreren der anderen Tipps für ein optimales Ergebnis!

Zusammenfassung/Fazit

Durch geschicktes Ausnutzen Deines verfügbaren Terrains, Schattens sowie der kontinuierlichen Verbesserung der Bodenbeschaffenheit mittels Kompost, Bokashi, Effektiver Mikroorganismen, Urgesteinsmehl und gesättigtem Kohlepulver kannst Du Deinen Garten zu einem wahren Schwamm für Wasser und Nährstoffe machen.

Das spart nicht nur eine Menge kostbares Wasser, sondern bringt Dir auch viel bessere Erträge. Die Tipps kannst Du natürlich auch für Balkonkästen und Hochbeete nutzen – einfach die Erde ein paar Wochen vor dem Einfüllen mit frischem Bokashi, Kompost und Urgesteinsmehl mischen oder direkt Terra Preta Schwarzerde ansetzen.

Brauchst Du weitere nützliche Tipps, um Deinen Boden im Garten zu optimieren, dann schau Dir auch diesen Artikel an: Sandboden verbessern