Effektive Mikroorganismen aktiv (EMa) herstellen - Anleitung

Letzte Aktualisierung: 13.06.2025

Für die Verwendung in Haushalt und Garten ist es häufig ausreichend, fertige EM aktiv-Gebinde zu verwenden, da sie sofort einsatzbereit sind. Doch gerade für die Vielnutzung von EMa, beispielsweise in der Tierhaltung, in der Landwirtschaft, in einem besonders großen Garten oder in der Wasserbewirtschaftung, ist es ratsam, EM aktiv selber herzustellen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Bei der eigenen Herstellung von EMa liegen die Kosten bei ungefähr 1 Euro pro Liter.

Außerdem beschränkt sich der Aufwand für die Zubereitung und Herstellung der Effektiven Mikroorganismen aktiv auf ein paar Handgriffe und wenige Minuten Zeiteinsatz. Wie Du EM aktiv herstellen kannst und welches Zubehör Du dafür benötigst, erfährst Du in dieser Anleitung.

EM aktiv selbst herstellen

EM aktiv-Herstellung - wichtige Begriffe erklärt

EM = Abkürzung allgemein für Effektive Mikroorganismen 
Effektive Mikroorganismen Urlösung = "Konzentrierte" Stammlösung, die zur weiteren Vermehrung geeignet ist
EM aktiv (EMa) = vermehrte Urlösung auch Effektive Mikroorganismen aktiv oder EM aktiv genannt - diese ist anwendungsfertig und sollte nicht weiter vermehrt werden, da die Wirkung der Lösung in dieser Fermentationsstufe nicht mehr gewährleistet ist
EMa-Fermenter = spezieller Kanister zum Vermehren von Effektiven Mikroorganismen - dieser Behälter besitzt eine Heizung, mit deren Hilfe die konstante Temperatur gehalten wird, welche man für die Vermehrung der Mikroben braucht

EM aktiv-Herstellung - Schritt für Schritt

Was Du für die EMa-Herstellung brauchst

  • Fermenter für 3 Liter, 5 Liter oder 10 Liter mit Gärröhrchen & Heizstab
  • Urlösung
  • Melasse: Zuckerrohrmelasse oder Reissirup
  • ca. 10 graue EM Keramik-Pipes
  • pH-Papier

Tipp:

Fermenter-Einsteiger-Sets beinhalten alles, was Du zur Herstellung von Effektiven Mikroorganismen aktiv benötigst. Dazu gehören Fermenter mit Gärröhrchen und Heizstab (3 - 5 - 10 l Varianten),  1 l Urlösung, 1 l Melasse, 10 graue  EM Keramik-Pipes und 25 Blatt pH-Papier.

Führe die folgenden Schritte zur EM aktiv-Herstellung in dieser Reihenfolge aus:

  1. Spüle den Fermenter mit klarem Wasser aus!
  2. Fülle ihn zunächst zu einem Drittel mit lauwarmem Wasser (30-34 °C) und dann entsprechend den Mengenangaben!
  3. Löse (90 ml - 150 ml - 300 ml) Zuckerrohrmelasse oder Reissirup entsprechend des Fermentervolumens in etwas heißem Wasser auf (ca. 50 °C) und durchmische die Lösung gut!
  4. Gib die aufgelöste Melasse in das Wasser im Kanister!
  5. Fülle ihn weiter mit handwarmem Wasser (30-34 °C) bis zu zwei Dritteln des Fassungsvermögens auf!
  6. Gib (90 ml - 150 ml - 300 ml) Urlösung hinein und schüttle den Fermenter, um die Bestandteile zu vermengen!
  7. Gib 10 EM Keramik-Pipes hinzu!
  8. Fülle den Fermenter bis zur obersten Markierung mit handwarmem Wasser auf! Der Fermenter kann nun nicht weiter gefüllt werden, da der Heizstab beim Einsetzen Wasser verdrängt.
  9. Schließe den Fermenter mit der Deckel-Heizstabkonstruktion!
  10. Fülle den Fermenter nur soweit, dass das Gärröhrchen nicht in der Flüssikeit steht, denn diese würde während des Fermentationsprozesses über das Gärröhrchen entweichen.
  11. Setze das Gärröhrchen auf die vorgesehene Öffnung und fülle es bis zur Markierung mit Wasser auf! So können entstehende Gase entweichen, Luft aber nicht in den Fermenter eindringen.
  12. Mit dem pH-Papier kontrollierst Du nach einer Woche, ob der pH-Wert stimmt. Dieser sollte zwischen 3,2 und max. 3,8 liegen.

Achtung!

Die richtige Temperatur ist voreingesellt. Du brauchst die Einstellung des Heizstabes nicht ändern. Wurde sie doch verändert, stelle den Heizstab auf 34 Grad ein. Bei dem Fermenter handelt es sich um ein speziell entwickeltes, geschütztes Produkt.

Verhältnis Urlösung - Melasse

  • 3 l Fermenter: 90 ml Urlösung, 90 ml Zuckkerrohrmelasse/Reissirup
  • 5 l Fermenter: 150 ml Urlösung, 150 ml Melasse/Reissirup
  • 10 l Fermenter: 300 ml Urlösung, 300 ml Melasse/Reissirup

Such Dir einen geeigneten Standplatz (nicht in der Nähe größerer Stromquellen), wo der Fermenter sieben Tage stehen kann! Vermeide große Kältebrücken! Die Außentemperatur sollte nicht unter 15 Grad liegen. Verwende den Fermenter nur stehend!

Die Lösung muss mindestens eine Woche fermentieren (besser zehn Tage). Auch wenn der pH-Wert von ca. 3,4 schon erreicht sein sollte, ist das EMa noch nicht fertig.

Fülle die fertige Mischung in Flaschen ab. Gib pro Liter ein bis fünf graue EM Keramik-Pipes dazu! Dies verlängert die Haltbarkeit des EM aktiv.

Begrenzte Haltbarkeit bei der EM aktiv-Herstellung

Das selbst hergestellte EM aktiv hat eine begrenzte Haltbarkeit. Überlege deshalb vor dem Kauf eines Fermenters, wie viel EMa Du in vier bis sechs Wochen verbrauchen wirst! Die Fermenter müssen bei der Herstellung immer ganz gefüllt werden, da keine Luft enthalten sein darf.

Weiße Flocken, die auf dem EMa-Ansatz entstehen, sind nur ungefährliche Hefen, die sich entwickeln, wenn Effektive Mikroorganismen in Kontakt mit Sauerstoff kommen. Du kannst das EMa also bedenkenlos verwenden.

Ansatzkalender nach den Mondphasen

Seit Urzeiten glauben die Menschen an die Kraft des Mondes und seine besondere Wirkung auf das Erdenwachstum. Deshalb bestimmen die Mondphasen auch die Herstellung von EM aktiv. Im Ansatzkalender findest Du die besten Tage, um Dein EM aktiv selber herzustellen. Um den aktuellen EMa-Ansatzkalender 2025 kostenlos runterzuladen, klicke hier!

Ernte

Begrenzte Haltbarkeit bei der EM aktiv-Herstellung

Das selbst hergestellte EM aktiv hat eine begrenzte Haltbarkeit. Überlege deshalb vor dem Kauf eines Fermenters, wie viel EMa Du in vier bis sechs Wochen verbrauchen wirst! Die Fermenter müssen bei der Herstellung immer ganz gefüllt werden, da keine Luft enthalten sein darf.

Weiße Flocken, die auf dem EMa-Ansatz entstehen, sind nur ungefährliche Hefen, die sich entwickeln, wenn Effektive Mikroorganismen in Kontakt mit Sauerstoff kommen. Du kannst das EMa also bedenkenlos verwenden.

Ansatzkalender nach den Mondphasen

Seit Urzeiten glauben die Menschen an die Kraft des Mondes und seine besondere Wirkung auf das Erdenwachstum. Deshalb bestimmen die Mondphasen auch die Herstellung von EM aktiv. Im Ansatzkalender findest Du die besten Tage, um Dein EM aktiv selber herzustellen. Um den aktuellen EMa-Ansatzkalender 2025 kostenlos runterzuladen, klicke hier!

Was kann man tun, wenn die EMa-Herstellung nicht funktioniert?

Bevor Du die folgenden Tipps zur EM aktiv-Herstellung liest, solltest Du all Deine Materialien für die EMa-Herstellung sorgfältig überprüfen. Ist das Gärröhrchen richtig eingesetzt? Es darf nicht in der Flüssigkeit stehen, da sonst die Flüssigkeit über das Gärröhrchen ausläuft!

  • Erhöhe die Startkonzentration: Wenn der Ansatz des aktuellen EM aktiv nicht gelingt, erhöhe beim nächsten Ansatz die Startkonzentration von Urlösung und Nährlösung von 3 Prozent auf jeweils 5 Prozent! Du kannst bei der Anwendung des fertigen EM aktiv danach entsprechend höher verdünnen.
  • Kanister gut ausspülen: Spüle den Fermenter vor dem nächsten Ansatz gut mit Essiglösung aus!
  • Salz in den Fermenter: Gebe zum EM aktiv-Ansatz einen Esslöffel gutes Salz (kein normales Jodsalz)!
  • Den Ansatz isolieren: Verhindere Kältebrücken und isoliere den Fermenter zum Beispiel mit Styropor!
  • Wärmerer Ansatz: Erhöhe die Temperatur Deiner Ausgangsmaterialien auf ca. 40 Grad (Urlösung, Nährlösung und Wasser)!

FAQ - Häufige Fragen zu EM aktiv

  • Urlösung ist die konzentrierte Stammlösung – die Basis zum Vermehren.
  • EM aktiv (EMa) ist die fermentierte, einsatzfertige Version, die nicht weiter vermehrt werden sollte.

Merke: Urlösung = Starter • EM aktiv = fertiges Produkt

Für eine sichere, stabile Fermentation brauchst Du:

  • EM-Fermenter (3/5/10 l) mit Heizstab und Gärröhrchen
  • Urlösung
  • Zuckerrohrmelasse oder Reissirup
  • EM Keramik-Pipes (grau)
  • pH-Papier
  • Warmes Wasser (30–34 °C)

Optional, aber hilfreich:

  • Isolierung gegen Kälte (z. B. Styropor)
  • Thermometer

Ein richtiger EM-Fermenter bietet:

  • automatische Temperaturkontrolle (ca. 32–34 °C)
  • luftdichten Abschluss
  • Gärröhrchen, damit Gase entweichen, aber keine Luft eindringt
  • langlebiges, lebensmittelechtes Material

Das Ergebnis wird dadurch stabiler, sicherer und ist praktisch zu 100 % gelingsicher.

Die Temperatur ist entscheidend. Die Mikroorganismen benötigen konstant 32–34 °C (optimaler Fermentationsbereich). Ist es kälter, verlangsamt sich die Fermentation stark. Ist es wärmer, können die Mikroben Schaden nehmen oder das Milieu kippt.

Tipp: Fermenter nie neben große Stromquellen oder Heizkörper stellen.

Mindestens 7 Tage, besser 8–10 Tage. Der pH-Wert sollte zwischen 3,2 und 3,8 liegen. Auch wenn der Wert früh erreicht wird, braucht das Milieu Zeit, um stabil zu werden.

Anzeichen für gutes EM aktiv:

  • pH-Wert 3,2–3,8
  • leicht süßlich-säuerlicher Geruch
  • keine schleimigen Ablagerungen
  • eventuell kleine weiße Hefeflocken (normal)

Anzeichen für misslungenes EMa:

  • Fäulnis- oder Schimmelgeruch
  • pH über 4,0
  • starke Gasbildung über längere Zeit
  • flockige, schleimige, grüne Ablagerungen

Im Durchschnitt: 4–6 Wochen

Tipps für maximale Haltbarkeit:

  • möglichst kühl lagern (10–18 °C)
  • luftdicht verschließen
  • pro Liter 1–5 Keramik-Pipes in der Flasche belassen
  • keine direkte Sonne

Nein. EM aktiv darf nicht weiter vermehrt werden. Vermehren darf man nur die Urlösung.

Grund: Die Mikrobenzusammensetzung verändert sich in späteren Generationen, wodurch die EM-Wirkung instabil oder verloren geht.

Die Pipes:

  • stabilisieren das Milieu
  • fördern die Fermentation
  • energetisieren das Wasser
  • verlängern die Haltbarkeit

Nein. Das sind harmlose Hefen, die entstehen, wenn das EMa kurz mit Sauerstoff in Kontakt kam. Die Lösung kann problemlos weiterverwendet werden. Nur grüne oder schwarze Beläge sind bedenklich → dann entsorgen.

Häufige und wirksame Lösungsansätze:

  1. Startkonzentration erhöhen
    Urlösung + Melasse von 3 % auf 5 % erhöhen.
  2. Fermenter gründlich reinigen
    Mit Essiglösung ausspülen (keine Seife!).
  3. Einen Esslöffel naturbelassenes Salz dazugeben
    Hilft, das Milieu zu stabilisieren.
  4. Bessere Isolation
    Kältebrücken mit Styropor oder Decke vermeiden.
  5. Materialtemperatur erhöhen
    Alle Ausgangsstoffe (Wasser, Melasse, Urlösung) auf ca. 40 °C bringen.
  6. Gärröhrchen korrekt einsetzen
    Es darf nicht im Wasser stehen!

Durchschnittlich ca. 1 € pro Liter. Damit ist eigene Herstellung deutlich günstiger als fertiges EM aktiv.

Sehr vielseitig:

  • Garten & Pflanzen
  • Bokashi-Herstellung
  • Kompostbeschleunigung
  • Stallhygiene
  • Tierhaltung
  • Abwasser, Teiche, Aquarien
  • Haushalt (Geruchsentfernung, Reinigung)

Mit selbst hergestelltem EM aktiv sparst Du massiv Kosten, wenn Du es vielseitig einsetzt.

Die Top-Fehler:

  • Gärröhrchen steht in der Flüssigkeit
  • Wasser zu kalt
  • Raumtemperatur zu niedrig
  • Fermenter nicht voll gefüllt
  • Deckel nicht luftdicht
  • pH-Wert nicht gemessen
  • Seifenreste im Kanister (tötet Mikroben)

Wenn Du diese Punkte beachtest, ist EMa-Herstellung praktisch nicht mehr fehleranfällig.

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