MSM - Methylsulfonylmethan wofür und wie einnehmen

MSM – Methylsulfonylmethan wofür und wie einnehmen

Um das sich seit Jahren wachsender Popularität erfreuendem MSM, ranken sich viele Heilaussagen und Wirkversprechen von Athrose über Muskelkrämpfen bis hin zu Krebs. Gerade Leistungssportler, Menschen mit chronischen Gelenkschmerzen, Athrose- und Reha-Patienten aber auch Pferde- und Hundebesitzer setzen immer wieder auf den organischen Schwefel. Wir nehmen dieses unscheinbar wirkende Pulver (gepresst natürlich auch in Tabletten & Kapselform erhältlich) unter die Lupe und klären die wichtigsten Fragen im Detail.


MSM – Was ist das?


Methylsulfonylmethan oder kurz MSM ist eine schwefelhaltige und aus überwiegend organischen Quellen stammende Verbindung, die in vielen Pflanzen und Tieren vorkommt und aus DMSO (Dimethylsulfoxid) und Wasserstoffperoxid (Desinfektionsmittel für u.a. Wundreinigung usw.) hergestellt wird. Daraus wird eine heiße Lösung hergestellt, die solange aufbereitet wird bis alle Verunreinigungen entfernt wurden. Da es mehrere Trennverfahren gibt (z.B. Filtration oder Destillation) kann das Endprodukt optisch und haptisch leicht abweichen.

Die MSM Verbindung ist nur eine Form von organischem Schwefel hat aber den Vorteil das sie vom Organismus schnell absorbiert, verwendet und vollständig wieder ausgeschieden werden kann. Damit hat er dem Schwefel der über die Nahrung aufgenommen wird, zumindestens in Sachen Verfügbarkeit einiges voraus


Die Einordnung von MSM in der modernen Medizin


Wie bei vielen anderen Mitteln die in der alternativen Heillehre benutzt werden (DMSO, Kolloidales Silber & Gold) handelt es sich auch bei MSM nicht um ein Medikament, sondern um ein Nahrungsergänzungsmittel (Lebensmittel). Angaben über die Wirkung und Nebenwirkungen im Bezug auf die Heilung des Menschen sind allerdings ausschließlich für Medikamente vorenthalten.

Es gibt zwar in Lebensmitteln enthaltene Vitamine und Mineralien die nachweislich zur Heilung beitragen können, diese sind aber gesondert zugelassen und geprüft ((EG) NR. 1924/2006). MSM gehört nicht dazu. Daher dürfen über MSM keinerlei heil- und wirkbezogene Aussagen getroffen werden, schon gar nicht von Händlern oder Herstellern. Wir befassen uns in diesem Artikel also mit einer Übersicht was Verbraucher, Anbieter und Behörden sagen.


Wie wirkt MSM?


Schwefel kennen die meisten Menschen nur in Verbindung mit giftigen Gasen und unangenehmen Gerüchen. Schwefel ist in seiner Reinform allerdings ungiftig und sogar ein wichtiger Bestandteil fast aller Organismen.

Giftig und gefährlich wird Schwefel nur in Verbindung mit anderen Stoffen. Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid sind giftige Gase, die Husten, Erbrechen und Atemlähmungen bis zum Tod verursachen können. Schwefelsäure dagegen ist wichtiger Bestandteil von Autobatterien und Düngemittel.

Methylsulfonylmethan (MSM) ist dagegen eine organische Schwefelverbindung die in Menschen, Tieren und sogar unserem Wasser (in geringer Dosis) bereits vorhanden ist und dort wichtige Stoffwechselprozesse steuert die zur Erhaltung von Körperstoffen beitragen. Gerade im Alter kann ein Organismus schnell ein Mangel an bestimmten Stoffen erleiden. Neben Magnesium, Calcium und Natrium bildet auch MSM dagegen keine Ausnahme. So sind viele Altersbeschwerden wie Arthrose und andere Gelenkkrankheiten auf eine nachlassende Festigkeit und Qualität des Knorpelgewebes zurückzuführen von denen MSM als Bestandteil von Chondroitinsulfat eine wichtige Rolle zur Erhaltung spielt.

MSM wird daher von Verbrauchern gerne zum Schutz des Knorpelgewebes und zur Beseitigung von Gelenkbeschwerden eingesetzt, die sie auf einen Schwefelmangel im Körper zurückführen. Auch Sportler aus allen Leistungsstoffen supplementieren gerne MSM um damit ihre Muskeln zu schützen oder Gelenkproblemen vorzubeugen.


Einen „Schwefelmangel gibt es nicht“: So Urteilen Verbraucherzentrale und DGE


Wie eigentlich bei jedem Nahrungsergänzungsmittel oder Stoff dem Heilungskräfte nachgesagt werden, mehren sich aus den Reihen der Ärzte, Verbraucherstellen und Behörden die kritischen Stimmen.  Hersteller und Anbieter werden dann gerne als dubiose Scharlatane abgetan die mit der Not der Menschen Geld verdienen wollen. Vorweg, die gibt es sicherlich, allerdings basiert ein Großteil des „Hypes“ um diese Produkte auf Aussagen von Verbrauchern die teilweise langjährige Anwendungserfahrung gemacht haben.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat auf Nachfrage der Verbraucherzentrale mitgeteilt das ein Schwefel-Mangel im Körper unbekannt ist, da diese durch die ausreichende Zufuhr von eiweißreicher Nahrung gewährleistet sei.

Genaue Studien die belegen wieviel Schwefel über welchen Zeitraum eingenommen welche Wirkung auf Arthrose-Schmerzen haben kann, existieren nicht. Das heißt aber auch nicht, dass es prinzipiell nicht wirkt, nur eben das es noch niemand eingehend untersucht hat. Das ist aber ein generelles Problem von alternativen Hilfsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Wirklich klinische Studien sind teuer und lohnen sich oft nur für patentierte Medikamente.


Wie sieht MSM aus?


Die verschiedenen Trennverfahren bei der Herstellung von Methylsulfonylmethan lassen am Ende ein kristallines weißes Pulver entstehen, welches dann zur besseren Einnahme und Dosierung aber auch häufig zu Tabletten gepresst oder in Kapseln gefüllt wird

Beachtenswert mit dem Aussehen des MSM ist auch immer die optische Reinheit des Produktes. Sofern es sich wirklich um reines MSM handelt das nicht, wie am Markt üblich, mit Vitaminzusätzen (Acerola, Zitrone usw.) vermischt wurde, sollte es klar weiß sein. Sichtbare dunkle Kristalle oder Stücke lassen auf eine mindere Qualität oder Verunreinigungen schließen. 

Ansonsten bildet MSM Pulver häufig kleine Brocken oder Schollen die aus minimaler Restfeuchte resultieren. Wie bei unbehandelten Salzen (Ohne Rieselhilfen) ist das aber völlig normal und kann durch einfaches Drücken auf die Verpackung oder mit einem Löffel verhindert werden.





Wie nimmt man MSM ein?


Das Pulver ist die beliebteste Darreichungsform und wird mit Flüssigkeiten verrührt getrunken. Da es einen leicht bitteren Geschmack hat, wird es häufig auch in Fruchtsäfte eingerührt.

Ansonsten werden die Kapseln und Tabletten mit Abstand vor der nächsten Mahlzeit mit Wasser eingenommen. Im Internet kursieren auch einige Anwendungstipps über Inhalationsmethoden. Von diesen möchten wir abraten. Auch wenn MSM noch wenig untersucht ist, ist bekannt das es auf Haut und Schleimhäute reizend bis ätzend wirken kann, wenn man es falsch anwendet und überdosiert.


Wieviel MSM nimmt man ein?


Da es sich bei MSM nicht um ein Arzneimittel handelt gibt es keine rechtlich abgesicherten Dosier-Vorgaben. Je nach Alter, Körpergewicht und Einnahmegrund sollte daher immer die Anweisung des Produktherstellers eingehalten werden. Häufig liegen diese Mengen zwischen 1 Gramm und 10 Gramm am Tag.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und verschiedene Lebensmittelsicherheitsbehörden halten allerdings nur eine Einnahmemenge von maximal 50 Milligramm pro Tag für unbedenklich. Ob es wirklich Nebenwirkungen aus einer Überdosierung von Methylsulfonylmethan gibt, ist derzeitig nicht belegt. Entsprechende Aussagen dafür oder dagegen sind daher mit Vorsicht zu genießen. Es ist immer ratsam zum Einstieg mit einer niedrigeren empfehlenden Verzehrmenge zu starten und sich schrittweise nach oben zu tasten.


Kann man MSM bei Tieren anwenden?


Der reine Funktionsunterschied eines Menschen und eines Tieres unterscheidet sich nicht fundamental voneinander. Auch ein Hund, eine Katze oder ein Pferd verliert im Alter und mit bestimmten Krankheiten viele wichtige Körperstoffe, kann diese nicht mehr aufnehmen oder nicht mehr nachproduzieren. Daher kann es in der Theorie auch bei Tieren mit Gelenkbeschwerden, Schmerzen beim Laufen/Springen ratsam sein.

Auch im Heimtierbereich erfreut sich der Handel und die Benutzung von MSM mittlerweile höchster Beliebtheit. Auch hier gilt das gleiche wie für den Menschen. MSM ist kein zugelassenes Tierheilungsmittel und gilt nur als Nahrungsergänzung. Es gibt weiterhin keine belastbaren Studien zur Wirksamkeit einer organischen Schwefelsupplementierung.


Welche Unterschiede gibt es bei MSM?


Abgesehen von der Reinheit, Qualität und der Darreichungsform des MSM gibt es keine relevanten Unterschiede zwischen den einzelnen Präparaten. MSM für Hund, Pferd, Katze und Maus ist ganz normales MSM mit anderem Marketing. Ähnlich verhält es sich mit MSM + Zusatzvitaminen. Die kleine Menge extra Vitamin C in Form von Ascorbinsäure lassen sich die Hersteller oft fürstlich bezahlen und ist im Zusammenhang mit der Einnahme von MSM auch nicht notwendig. Achten Sie daher lieber darauf ein möglichst reines und qualitativ hochwertiges MSM zu kaufen, sofern Sie Interesse an einer Einnahme haben.


Wie lange sollte man MSM einnehmen?


Falls und wenn eine MSM Supplementierung notwendig sein sollte, dann weil der Körper zu wenig organische Schwefelverbindungen aufnimmt oder zu viel verliert. Diese Missstände kann auch ein MSM Supplement nicht dauerhaft ausgleichen. Dann muss es durchweg konsumiert werden.

Anders verhält es sich bei Hobby- oder Leistungssportler. Hier ist MSM beliebt da es Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen vorbeugen oder Regenerationszeiten verkürzen soll. Hier wird MSM nur für die Zeit vor und während der aktiven Belastungsphasen eingenommen.


Fazit


Wie bei vielen anderen Nahrungsergänzungsmitteln gibt es auch zum Thema MSM viel zu wenig evidente Forschungen oder Studienergebnisse, die MSM ein positives oder negatives Urteil ausstellen können. Genau deshalb raten auch Verbraucherschutz und Gesundheitsministerien von einer Einnahme ab.

Auf der anderen Seite sind viele Verbraucher und MSM Fans von der Wirkung überzeugt. Man tappt also weiterhin im Dunkeln und muss sich auf einen Versuch einlassen können.



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