Haltbarkeit von Effectiven Mikroorganismen

Wie lange sind Effektive Mikroorganismen haltbar?

In Sachen Haltbarkeit und Lagerung herrschen bei unseren Kunden und vielen Anwendern von Effektiven Mikroorganismen immer noch große Fragezeichen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns daher genau mit der Haltbarkeit der jeweiligen EM-Produkte wie Urlösung, EM-Aktiv aber auch der EM-Keramik und vergleichen im Detail die Mindesthaltbarkeit von selbst hergestelltem EM und gekauftem EM.


Woran erkennt man das Effektive Mikroorganismen schlecht sind?


Viele EM-Anwender sind sich hier einig: Am Geruch und an der Farbe. Das stimmt leider so nicht. Geruch und Farbe sind zwar Indikatoren auf den Zustand oder Reinheit der EM-Lösung sagen aber wenig über deren tatsächliche Wirkung aus.

Effektive Mikroorganismen sind in ihrer flüssigen Form konzentrierte Bakterienkulturen die mit einer Nährlösung gefüttert und in Wasser vermehrt wurden. Die Nährlösung, die traditionell aus Zuckerrohrmelasse, Reissirup, Honig oder Glucosesirup besteht, liefert reine Kohlenhydrate. Diese Zuckerverbindungen werden dann nach und nach von den EM-Bakterien „gegessen“ (verstoffwechselt).

Dadurch können sich die Mikroorganismen vermehren und nützliche Stoffwechselprodukte wie beispielsweise Nuklein- und Aminosäure herstellen. Die Vermehrung der EM-Bakterien verdrängt negative Keime und andere degenerative Mikroorganismen. Die erzeugten Stoffwechselprodukte ermöglichen die bekannte Fermentation. Die Fermentation ist eine Säuregärung und verhindert Fäulnis, Oxidation und Gasbildung. Und da kommt das Stichwort für die Haltbarkeit der EMs

Erst wenn diese Nährlösung im EM aktiv oder Urlösung „aufgegessen“ ist stoppt neben der Vermehrung der Mikroorganismen auch die Säuregärung. Die EM-Lösung wird basischer und der pH-Wert steigt. Ob die z.B. Urlösung noch gut ist klärt also nur ein pH-Wert Test. Eine funktionierende EM-Lösung sollte immer zwischen 3,1 und maximal 3,8 liegen. Der Geruch kann sich in diesem pH-Wert Bereich von Sauer auf Süß-Sauer mitunter signifikant verändern. Weiße Flocken oder ein leichter weißer Film auf der Oberfläche sind Hefeblühungen und gehören zu guter EM-Fermentation dazu.

Tipp: Halten Sie von daher immer einen kleinen Block pH-Streifen bereit, wenn Sie EM aus der Lagerung holen.


Was hat das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den EM-Produkten zu bedeuten?


Laut Gesetzgeber ist jedes Produkt das prinzipiell verderblich ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum auszuzeichnen. Das sorgt dafür, dass selbst tausende Jahre altes Salz ein MHD besitzt. Oft ist dieses Datum daher theoretischer Natur und so verhält es sich auch bei den EM-Produkten. Da Bakterien wie Menschen oft unberechenbar sind, verläuft auch deren Vermehrung und Verzehr der Nährlösung jedes Mal etwas anders.

Mit der Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums will der Hersteller Sie als Kunde möglichst gut absichern und wählt immer ein Datum unter der tatsächlichen Haltbarkeit des EMs. Daher heißt es ja auch Mindesthaltbarkeitsdatum und nicht „Sicher-schlecht-Datum“. Dieser Wert ist ein Durchschnittswert verschiedener Chargenkontrollen, wo die EM-Lösungen stichprobenartig im Labor untersucht werden. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt neben der oben erwähnten Eigenheit der Fermentation auch von folgenden Faktoren ab:

  • Qualität der Urbakterien
  • Qualität der Nährlösung
  • Qualität des Wassers
  • Anteil von Fremdbakterien während der Fermentation
  • Sauerstoffanteil während der Fermentation
  • Hygiene bei Fermentation, Abfüllung und Lagerung

Das bringt uns auch gleich zu einer anderen sehr häufigen Frage gerade für Anwender die ihr EM zuhause selber vermehren.


Warum ist selbst hergestelltes EM viel kürzer haltbar als gekauftes?


Genau diese Fermentationsfaktoren bestimmen entscheidend die Haltbarkeit der EM-Lösungen und die sind im Labor natürlich deutlich besser als in der heimischen Küche. Schon kleine Spuren von Verunreinigungen oder Fremdbakterien können die Endvermehrte EM aktiv Lösung stark in ihrer Haltbarkeit beeinträchtigen.

Auch das verwendete Wasser für die Fermentation enthält häufig Fremdpartikel oder Rückstände aus den Rohren oder dem Umgebungswasser. Der Sauerstoff-Anteil der während der Fermentation in den Fermenter gelangt ist auch nicht gänzlich uninteressant. Schon beim Befüllen und Messen des pH-Werts gelangt viel Sauerstoff an den Ansatz, der gewisse mikrobielle Reaktionen beschleunigt und damit die endgültige Haltbarkeit mindert.

Mit einiger Erfahrung und Ausdauer kann man bei der EM-Herstellung in Eigenregie bestimmt die Haltbarkeit der Effektiven Mikroorganismen erhöhen, an die der gekauften Produkte wird sie aber nicht heranreichen.


Die Haltbarkeit der Effektiven Mikroorganismen in der Übersicht


Jeder Hersteller von EM-Produkten stapelt bei der Angabe der EM-Produkte unterschiedlich tief. Wir geben von daher hier Durchschnittswerte an. Unserer Erfahrung nach sind die Produkte aber mindestens 2-3 Monate länger haltbar als angegeben.

EM-Urlösung:

Ungeöffnet: 11 Monate
Geöffnet: 5 Monate

EM-Aktiv:

Ungeöffnet: 10 Monate
Geöffnet: 4 Monate

Selbst hergestelltes EM-Aktiv:

Direkt im Fermenter lagern: ca. 2 Wochen
In kleine Kunststoffflaschen umfüllen und kühl lagern: ca. 4-6 Wochen


Wie lange ist EM-Keramik haltbar?


In Sachen Haltbarkeit ist die EM-Keramik ein Sonderfall. Nach der mehrmonatigen Fermentation mit Effektiven Mikroorganismen Urlösung wird der Ton geformt und anschließend gebrannt. Natürlich sterben bei Temperaturen um die 1000 Grad fast alle lebenden Mikroorganismen ab. Die Wirkung der EM-Keramik beruht daher auf der Strukturveränderung des Tons während der Fermentation. Durch die Arbeit der Mikroorganismen werden die übertragenden Informationen dauerhaft im Ton gespeichert.

Die Wirkung der EM-Keramik basiert daher auf einem nicht endenden physikalischen Effekt der über Schwingungen an die Umgebung abgegeben wird.

Einzige Ausnahme bildet hier die rosa & rote EM-Keramik. Die Struktur dieser EM-Keramik ist so grob, dass auch größere Sediment- und Schmutzpartikel in der Keramik hängen bleiben.  Nach spätestens 12 Monaten sollte die Keramik dann soweit gesättigt sein das eine weitere Aufnahme von Schmutz nicht mehr möglich ist.


Was passiert nach Ablauf der Effektiven Mikroorganismen?


 

Sobald alle Nährstoffe in der EM-Lösung verstoffwechselt wurden, oder durch vermehrte Oxidation Nebengärprozesse (wie Essiggärung) überhandgenommen haben passieren folgende Dinge:

  • Anstieg des pH-Wertes bis weit über 4
  • Absterben der positiven Bakterienarten
  • Häufig aber nicht immer: Ausbreitende Fäulnis erkennbar an dunklem Schimmel (nicht die reguläre Hefebildung)

Solange sich kein Schimmel auf der Lösung bildet können Sie ihre abgelaufene EM-Urlösung oder EM-Aktiv noch bedenkenlos vergießen oder auf dem Kompost entsorgen. Zwar profitieren Sie nicht mehr von der Fermentation von Restmaterial, aber ein paar lebende Mikroorganismen zusätzlich im Boden bereichert trotzdem das Bodenleben.

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